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Ein Blatt, drei Schichten: So ist das Aloe-Vera-Blatt aufgebaut

Rinde, Bitterstoffschicht und Gelkern: Was in einem Aloe-Vera-Blatt steckt, welche Schicht ins Trinkgel kommt und warum das Filetieren dabei der wichtigste Schritt ist.

3 Min. Lesezeit

Aloe-Vera-Blätter im Gegenlicht
Bild: LR Health & Beauty

Ein Aloe-Vera-Blatt sieht von außen aus wie ein einziges grünes Stück Pflanze. Schneidet man es quer durch, zeigen sich drei Schichten, und jede hat ihre eigene Aufgabe. Wer weiß, welche davon im Glas landet und welche nicht, versteht auch, warum zwei Flaschen mit „100 % Aloe Vera“ sehr Verschiedenes enthalten können.

Rinde
Die feste, grüne Außenhaut des Blatts.
Bitterstoffschicht
Eine dünne Schicht direkt unter der Rinde. Sie enthält die Bitterstoffe.
Gelkern
Das klare Blattinnere. Aus ihm wird das Gel gewonnen.

Die Rinde: die feste Außenhaut

Außen liegt die Rinde, die feste, grüne Blatthaut. Sie hält das Blatt zusammen und schützt das Innere vor Sonne und Austrocknung. Die Aloe Vera ist eine Sukkulente: Sie wächst in heißen, trockenen Gegenden und muss jedes bisschen Wasser im Blatt halten. Die Rinde ist dafür so etwas wie eine Haut mit Wachsschicht.

Für ein Trinkgel ist die Rinde nicht gedacht. Sie ist zäh, faserig und enthält die Stoffe, die in der Schicht direkt darunter sitzen.

Die Bitterstoffschicht: dünn, aber wichtig

Unmittelbar unter der Rinde liegt eine dünne Schicht mit einem gelblichen Pflanzensaft. Er enthält die Bitterstoffe der Aloe Vera, darunter das Aloin. Die Pflanze schützt sich damit vor Tieren, die ihre Blätter fressen wollen.

Aloin wirkt abführend und ist für den regelmäßigen Verzehr nicht zugelassen. Deshalb kommt es darauf an, diese Schicht beim Verarbeiten sauber vom Inneren des Blatts zu trennen.

Der Gelkern: das klare Innere

Den größten Teil des Blatts füllt der Gelkern, das klare, wasserreiche Blattmark. Er speichert das Wasser, von dem die Pflanze in der Trockenzeit lebt. Aus ihm wird das Aloe-Vera-Gel gewonnen, das in den Trinkgelen steckt.

Klares Aloe-Vera-Blattgel in einer offenen Hand, daneben ein Blatt
Das klare Gel aus dem Inneren des Blatts.Bild: LR Health & Beauty

Was im Blattgel steckt, von Polysacchariden bis zu Mineralstoffen, zeigt der Artikel Aloe Vera Gel trinken.

Was davon ins Glas kommt

Damit nur der Gelkern ins Trinkgel gelangt, wird jedes Blatt filetiert: Rinde und Bitterstoffschicht werden abgeschnitten, übrig bleibt das klare Blattmark. Bei LR geschieht das in der Nähe der Felder, gleich nach dem Waschen der Blätter.

Hände lösen das Blattgel aus einem aufgeschnittenen Aloe-Vera-Blatt
Filetieren: Das Blattmark wird von der Blatthaut getrennt.Bild: LR Health & Beauty

Es geht auch anders: Manche Hersteller mixen das ganze Blatt samt Rinde und filtern das Aloin danach wieder heraus. Was dabei sonst noch verloren geht und woran du den Unterschied erkennst, steht in Anbau und Verarbeitung im Vergleich.

Häufige Fragen

Kann ich das Gel direkt aus dem Blatt einer Zimmerpflanze essen?

Davon ist abzuraten. Ohne sauberes Filetieren gelangt leicht etwas aus der Bitterstoffschicht in das Gel, und nicht jede Aloe-Art im Blumentopf ist eine Aloe Vera.

Warum ist das Trinkgel leicht trüb?

Weil die Filets aus dem Gelkern nur kalt gemixt werden. So entsteht ein natürlich getrübtes Gel.

Welche Schicht steckt in der Hautpflege?

Ebenfalls das Gel aus dem Inneren des Blatts. Wie viel Aloe Vera in den einzelnen Pflegeprodukten steckt, zeigt der Artikel Aloe Vera für die Haut.